Jahresfahrt 2018


Veröffentlicht am: 20.06.2018

Der RSV Herbolzheim und der CycloClub Sisteron in der südlichen Ardèche
In diesem Jahr luden uns die Radsportfreunde des CycloClub Sisteron in die südliche Ardèche ein. Die insgesamt 18 Teilnehmer trafen sich am 9. Juni 2018 in einem Ferienzentrum nahe Ruoms an der Beaume, um von dort aus zu gemeinsamen Rundtouren aufzubrechen.
Meist kennen nur die Kanufahrer die Flüsse Ardèche und Beaume. Aber das Département Ardèche hat viel mehr als nur Schluchten und Wildwasser zu bieten. Wir Radfahrer waren vorallem von den einsamen Bergen begeistert, die Straßen hatten wir dort oft fast ganz für uns allein.
Unsere Unterkunft, eine vor zwei Jahren komplett renovierte Bungalowanlage, war wie geschaffen für unsere Gruppe. Im Schwimmbad konnten wir uns nach den Ausfahrten abkühlen und die Beine lockern, das allabendliche Zusammensein konnte auf unserer Terrasse zelebriert werden oder, wer noch Energie hatte, tobte sich bei Quiz, Karaoke und Tanz aus.

Am Sonntag machten wir uns nach dem ersten gemeinsamen Frühstück auf in Richtung Berge, erkundeten das mittelalterliche Dorf Mirabel, erklommen die Höhen von Freyssenet und Taverne, um schließlich durch das Vallée de Ibie zurück zur Unterkunft zu gelangen. Trotz sehr moderater Steigungen kamen wir am Ende des Tages auf ca. 1.500 Höhenmeter bei insgesamt 130 km.
Am zweiten Tag lockte die Gorges de la Ardèche. In ständigem Auf und Ab folgten wir auf über 40 Kilometern dem Flusslauf, eindrucksvolle Ausblicke ließen uns immer wieder anhalten, staunen und Bilder machen. Hier entstand auch das Gruppenbild (Aufnahme von Jürgen W.).

Die Rundtour, die wir am Dienstag nach dem Starkregen vom Vorabend bei frischen Temperaturen starteten, führte uns nordwestlich von Ruoms in die wilden Berge der Ardèche. Nur eine schwarze Gewitterwolke raubte manchem von uns ab Mittag die Ruhe und Gelassenheit, die die einsamen Straßen ansonsten auf uns ausübten. In Balazuc, traumhaft oberhalb der Ardèche gelegen, konnten wir dennoch zum Abschluss unseren Café genießen, das Gewitter hatte uns verschont.
Die für den Ruhetag geplante Kanutour musste wegen des kühlen Wetters und zu starker Wasserführung leider entfallen. So bildeten sich mehrere Gruppen: Manche besichtigten den Reptilienpark in Montélimar, die Grotte Chauvet oder das verlassene Bergdorf Rochecolomb mit riesigem Wasserfall oder wanderten im Vallée de la Ibie, die mit ihrem klaren Wasser zum Baden und Rasten einlud. Ein kleines Grüppchen lies sich vom Ruhetag nicht einschränken und radelte lockere 60 km, ebenfalls an die Ufer der Ibie. Die Grotte Chauvet, ein originalgetreuer Nachbau der 1994 entdeckten Höhle, lohnt sich für alle Interessierten. Die Höhlenzeichnungen, die auf ca. 36.000 Jahre datiert werden, wurden von zahlreichen Künstlern akribisch kopiert und werden im Rahmen der Führung ausführlich beschrieben und interpretiert.
Am Donnerstag stand der Höhepunkt der Jahresfahrt auf dem Programm: der Col de Meyrand im Massif de Tanargue, dem höchsten Gebirgszug der Ardèche. Nach dem Örtchen Rocles ging es auf etwa 20 Kilometern mit ca. 6 Prozent Steigung nach oben. Sehr starker Wind machte aus dem "Rollerberg" ein recht anspruchsvolles Unterfangen. Oben angekommen belohnte uns der Col de Meyrand mit einem unvergesslichen Auslick und einer einzigartigen Landschaft.

Auf den trockenen, heißen Kalkebenen gedeihen typische Garrigue-Pflanzen wie Thymian, Lavendel und insbesondere der gelb blühende Ginster. Während der langen Abfahrt Richtung Jaujac trotzen wir dem Wind und belohnten uns unten angekommen mit Vesper aus unserem Verpflegungswagen, den dieses Jahr Fabienne meisterhaft fuhr – wann immer wir einen Defekt hatten, war sie zur Stelle und es konnte schnell weitergehen. Auch hatten wir so unsere eigene Sportfotographin mit dabei.
Selbst am letzten Tag erklommen wir auf einer Strecke von 120 Kilometern noch einmal ordentlich Berge und knapp 2.000 Höhnemeter, um uns dann anschließend im Pool oder bei einem Bier zu erfrischen. Den letzten Abend verbrachten wir wieder gemeinsam auf der Terrasse, tauschten Geschenke aus und schmiedeten bereits neue Pläne für das kommende Jahr.
Zusammenfassend haben wir bewältigt: Jeweils ca. 600 km und knapp 10.000 Höhenmeter, unfallfrei, ein technischer Defekt mit der Folge Leihrad, vier Plattfüße, schöne und abwechslungsreiche Strecken auf einsamen Straßen, eindrucksvolle Schluchten und Berge, und viele schöne gemeinsame Stunden, die die Partnerschaft zwischen Herbolzheim und Sisteron weiter gefestigt haben.

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