Jahresfahrt Südtirol


Veröffentlicht am: 09.07.2017

Der RSV Herbolzheim und der CycloClub Sisteron in Südtirol

Die diesjährige Jahresfahrt des RSV Herbolzheim mit den Radsportfreunden des CycloClub Sisteron stand ganz im Zeichen der Berge. Die insgesamt knapp 20 Teilnehmer trafen sich in Südtirol, um sich dort, von unterschiedlichen Standorten aus, an den bekanntesten Passstraßen der italienischen Alpen zu messen.
Zwei gemietete Kleinbusse und der rechtzeitig fertig gestellte RSV-Radanhänger brachten uns und unsere Rennräder sicher und bequem nach Morter im Vinschgau. Bei Peter im Georgshof genossen wir eine herzliche und lockere Atmosphäre, gute südtiroler Küche und Forster Bier.

1. Etappe: Stilfser Joch
Gleich zu Beginn stand die Königin der Passstraßen, das Silfser Joch, auf dem Programm. Die Rennradrunde führte uns von Morter nach Prad (915 m) und von dort aus in 25 Kilometern und 48 Kehren auf das Stilfserjoch (2.757 m). Beeindruckt von einer sagenhaften Aussicht und dem Trubel auf der Passhöhe machten wir uns nach einer ausgiebigen Stärkung auf den Rückweg über den Umbrail-Pass und Santa Maria, Münster, Taufers, Glurns und Prad zurück nach Morter.
Von dort aus luden wir die Räder in die Kleinbusse und fuhren zu unserer zweiten Unterkunft auf den Monte Penegal. Die ursprünglich geplante Transfertour über den Gampenpass und den Mendelpass auf den Penegal musste leider entfallen, da Regen die für Sonntag geplante Stilfser Joch Tour erst am Montag ermöglichte.

2. Monte Penegal / Mendelpass
Der Penegal (1737 m) zählt zu den schönsten Aussichtsbergen Südtirols mit Blick u.a. auf die Ortler-Alpen und die Dolomiten sowie talseits Bozen und Kaltern mit dem Kalterer See. Eine schmale und kurvenreiche Straße führt vom Mendelpass über 3,8 km mit einem Höhenunterschied von 358 Metern zum Gipfel, wo sich unsere zweite Unterkunft befand. Der gemeinsame, abendliche Ausklang am offenen Kaminfeuer entschädigte für das trübe Wetter und das triste Ambiente des Hauses.
Die Rundtour, die wir am Dienstag bei leichtem Regen und frischen Temperaturen starteten, führte uns rund um den Mendelkamm und den Monte Roen bis zum Kalterer See. Nach Kaffee und Kuchen am Seeufer mussten wir den langen Anstieg über den Mendelpass zurück auf den Penegal bezwingen. Für all jene, deren Kräfte noch vom Vortag aufgezehrt waren, stand unserer Bus bereit. Den Mendelpass meisterten wir problemlos, zumal wir wegen der Baustelle eine ca. 30-minütige Zwangspause einlegen mussten. Der Auftieg zum Penegal erwies sich jedoch als echte Herausforderung mit zahlreichen Rampen mit gut 15% Steigung!
Am Mittwoch mussten wir die Transfertour zu unserer dritten Unterkunft in den Dolimiten mit Hilfe der Mendelbahn beginnen, bedingt durch die Baustelle und die Straßensperrung bis 17 Uhr am Mendelpass. Die Zahnradbahn bewätigt in nur 12 Minuten einen Höhenunterschied von 850 m bei einer Steigung von 64%. Von Kaltern ging es dann mit den Rädern über Bozen und Seis nach Wolkenstein, Gröden, auf knapp 1.700 m.

3. Wolkenstein / Sella Ronda  
Der Jagdhof in Wolkenstein empfing uns sehr gastfreundlich und mit ausgezeichneter, südtiroler Küche.
Am nächsten Morgen stand der zweite Höhepunkt an: die Sella Ronda, d.h. rund um den Sella-Stock die vier Pässe Sella (2213 m), das Grödnerjoch (2121 m), Campolongo (1875 m) und Pordoi (2239 m) erobern. Bei Regen und Temperaturen um die zehn Grad startete allerdings nur der harte Kern zur 60 km langen Sella Ronda, begleitet vom Tourbus, um im Notfall einsteigen zu können. Selbst das wolkenverhangene Gipfelpanorama beeindruckte die Mutigen, nicht auszudenken, welch Auslicke sich bei klarem Wetter ergeben hätten. Zur Regeneration wärmten sich viele in der Hotel-Sauna nachmittags wieder auf.

4. Riva del Garda / Gardasee
Am vorletzten Tag brachen wir ein letztes Mal gemeinsam auf, aus der Schlechtwetterzone ins Trentino an den Gardasse.
Zum Start waren alle Fahrer noch dick eingepackt, schließlich mussten wir noch einmal auf das Sella Joch. Danach aber ging es stetig bergab. Nach und nach wurde es wärmer, sogar ein paar Sonnenstrahlen wärmten uns. Nach 160 km kamen wir bei Sonnenschein in Riva del Garda an. Noch einmal wurde es spannend, als das von uns gebuchte Hotel unserer Anzahlung und Reservierung verlegt hatte! Man stellte uns jedoch eine alternative Unterkunft zur Verfügung.
Den letzten Abend verbrachten wir gemeinsam am See und schmiedeten bereits neue Pläne für das kommende Jahr.

Abschließend gilt unser Dank allen, die zum Gelingen der Jahresfahrt beigetragen haben: insbesondere den Organisatoren Wolfgang, Armin und Heinrich, unserem Streckenplaner Armin, den Fahrern der Busse Marion, Jürgen und Armin, und den zahlreichen Helfern, die für Verpflegung und sonstiges gesorgt haben.

Zusammenfassend haben wir bewältigt: ca. 600 km und 11.000 Höhenmeter, unfallfrei, nur kleinere technische Defekte, eindrucksvolle Berge, schöne und abwechslungsreiche Strecken, tolle Landschaft und viele schöne gemeinsame Stunden, die die Partnerschaft zwischen Herbolzheim und Sisteron weiter gefestigt haben.

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